Beschreibung
Das offene Auge von Alien II trifft den Betrachtenden direkt: eine Herausforderung, ein stummer Appell, eine Frage ohne Worte, aber der Körper bleibt verschlossen.
Während es in Alien I noch möglich war, sich in eine innere Welt zu flüchten, ist hier ein Punkt erreicht, an dem es kein Ausweichen mehr gibt. Das Wesen sitzt in einer Umgebung, allgegenwärtig kantig, steinig, spitz, die es nicht willkommen heißt. Der Boden ist nicht nur Untergrund, sondern Fessel, ein Sinnbild für die Begrenzungen, die durch gesellschaftliche Strukturen oder persönliche Erfahrungen auferlegt werden.
Das Wesen sitzt nackt in dieser Welt, ohne Panzerung, ohne Tarnung, ein Bild für Queerness als einen Zustand der Offenbarung, der oft ungeschützt den Blicken anderer ausgesetzt ist. Die Kopfbedeckung bleibt ambivalent: lebensnotwendiger Schutz oder Gefängnis?
Das Bild lädt dazu ein, über die Strategien der Selbstwahrung nachzudenken, über den Versuch, sich trotz Ablehnung zu bewahren, und über die Frage, ob Schutzmechanismen zur Distanzierung führen können.
Diese Szene zeigt einen Moment des Bewusstseins: Das Wesen sieht, erkennt und bleibt doch gefangen. Hier ist der Moment der Konfrontation, das Wissen um das eigene Anderssein, das Verstehen der eigenen Position in einer Gesellschaft, die oft nur das akzeptiert, was sie bereits kennt.
Ich zeige mit diesem Werk den zweiten Teil des Alien-Triptychons, das Isolation, Schutz und Selbstwahrnehmung thematisiert.
Ich zeigte es erstmals in meiner Solo-Ausstellung „I Just Want to Be a Good Boy!“, 2024 in der Galerie Himmelpfortgasse in Wien.
Die Arbeiten Alien I–III befinden sich in der Galerie Newman in Berlin.
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