Lars van Roosendaal hat Puppies in Space 2020 digital gemalt. Das Bild zeigt Männer mit Hundemasken in Raumhelmen, fliegende Untertassen und schwebende Knochen im Weltall.

Puppies in Space, eine kreative Reise im Weltall

Die Austrian Puppies beauftragten mich 2020, ein Plakat für das Puppy Wochenende Anfang Oktober 2020 in Wien zu zeichnen. Das Thema: Puppies in Space. Aus mehreren Gründen fand das Wochenende erst einigen Jahren später statt.

Für die Gestaltung habe ich mich von unterschiedlichsten Science Fiction-Quellen inspirieren lassen. Die Gesamtkomposition geht auf das Plakat für die Netflix Serie Lost in Space aus dem Jahr 2018 zurück, das von der Freundschaft zwischen einem Jungen und einem Kampf Roboter handelt.

Die Neuauflage von 2018 konzentriert sich fast ausschließlich auf heteronormative Familienstrukturen und traditionelle Ehedynamiken. Explizite oder beabsichtigte homoerotische Aspekte und queer codierte Elemente sind darin kaum zu finden. Das steht im Gegensatz zur Originalserie aus den 1960er Jahren, in der der ursprüngliche Dr. Smith, gespielt von Jonathan Harris, aufgrund seines theatralischen Auftretens von manchen Zuschauern als „gay vague“ oder campy wahrgenommen wurde.

Auf mich wirkte dagegen die abgöttische Bewunderung des Jungen Will für den großen, letztendlich auch missverstandenen, aber hypermaskulin gelesenen Alien Roboter in der Außenseiterrolle sowie seine eindeutige Distanz zu seinem Vater und seine starke Nähe zu seiner Mutter und seinen Schwestern homoerotisch oder queer. Will war für mich eindeutig schwul.

Richard Isay, ein Psychiater, Psychoanalytiker und Aktivist für die Rechte von Schwulen, schrieb:

„The majority of gay men, unlike heterosexual men who come for treatment, report that their fathers were distant during their childhood and that they lacked any attachment to them. (…)“1

Auch Ridley Scotts Film Alien von 1979 durfte selbstverständlich nicht fehlen. Ich habe den Facehugger und ein grün leuchtendes Xenomorph Ei in die Komposition aufgenommen.

  1. Richard A. Isay, Being Homosexual: Gay Men and Their Development, 1989, S. 32. ↩︎

Für weitere Elemente wie die schwebenden Knochen und die Mondoberfläche mit Kratern in Form von Pfotenabdrücken habe ich mich von einer Mickey Mouse Heft Titelseite inspirieren lassen.

Zuerst machte ich eine Menge Doodles um Ideen zu sammeln.

Danach erschuf ich mit Bleistift und anschließend Finelinern auf A3 die Line Art-Zeichnung.

Anschließend scannte ich die Zeichnung ein und kolorierte sie digital am Computer in Photoshop.

Lars van Roosendaal hat Puppies in Space 2020 digital gemalt. Das Bild zeigt Männer mit Hundemasken in Raumhelmen, fliegende Untertassen und schwebende Knochen im Weltall.

Ich nehme die Verspieltheit der Szene ernst und übersetze sie in die Bildsprache der Pulp Science Fiction. Im starken Kontrast dazu stehen die 2024 entstandenen Acrylbilder Alien I bis III, die Isolation und Entfremdung als Ausgangspunkt haben.

Ein limitierter Kunstdruck kann hier bestellt werden.