Beschreibung
Ich zeige in Erstarrt II, dem zweiten Teil der Erstarrt-Werkserie, eine nackte Männerfigur mit nach vorn gebeugtem Körper und gesenktem Blick. Diese Haltung drückt Scham, Rückzug oder auch Trauer aus. Der Mann hält eine übergroße AIDS-Schleife in der Hand und zieht sich in sich selbst zurück, als würde er sich dem Blick entziehen oder Schutz vor der Außenwelt suchen. Diese innere Erstarrung verweist auf emotionale Zustände, die aus frühen Erfahrungen mit Angst, Desinformation oder gesellschaftlichem Stigma resultieren können, insbesondere im Kontext von HIV.
Die Haltung erinnert an Darstellungen von Bußerfiguren oder religiösen Motiven der Reue und Einsamkeit. Das macht sie mehrdeutig: Zwischen Resignation und Selbstschutz, zwischen verletzlicher Introspektion und möglicherweise auch der Kraft, das Symbol der AIDS-Schleife bewusst zu halten, als Zeichen für Erinnerung, Fürsorge oder Solidarität.
Im Zusammenspiel mit Erstarrt I entsteht ein dialogischer Spannungsraum. Während die erste Figur äußerlich dramatischer erscheint, wirkt diese zweite Figur leiser, aber nicht weniger intensiv. Gemeinsam spiegeln sie zwei Arten, mit Angst und Isolation umzugehen: expressiv oder introvertiert, explosiv oder still.
Derzeit stelle ich das Werk in der Galerie Newman in Berlin aus.
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